Urtikaria-Helden gUG
🗒️ TIPPS
Unverträglichkeiten bei Urtikaria
Bestimmte Medikamente, Lebensmittelzusatzstoffe und Substanzen können
Urtikaria-Schübe auslösen oder verschlimmern, ohne echte Allergie. Was du wissen und meiden solltest.
Bei Urtikaria reagiert das Immunsystem überempfindlich und bestimmte Substanzen können diese Reaktion direkt auslösen oder verstärken, ohne dass eine klassische Allergie vorliegt. Man spricht dann von einer Pseudoallergie oder Intoleranzreaktion.
Besonders häufig betroffen: Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAID (nicht-steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Aspirin. Aber auch Lebensmittelzusatzstoffe, Histamin in Nahrungsmitteln und bestimmte Konservierungsstoffe können Schübe triggern.
Wichtig: Fast jedes Medikament trägt in seinem Beipackzettel den Hinweis, dass es Urtikaria auslösen kann. Kläre neue Medikamente, Cremes oder Nahrungsergänzungsmittel deshalb immer vorher mit deinem Arzt ab!
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Diese Medikamente unbedingt meiden!
⚠️ Ibuprofen (z. B. Nurofen, Dolormin) – häufigster Auslöser bei Urtikaria-Betroffenen
⚠️ Diclofenac (z. B. Voltaren) – NSAID mit hohem Triggerpotenzial
⚠️ Aspirin / ASS (Acetylsalicylsäure) – hemmt Prostaglandine, löst Pseudoallergie aus
⚠️ Novalgin / Novaminsulfon (Metamizol) – kann Mastzellen direkt aktivieren
⚠️ Naproxen, Ketoprofen und andere NSAID – gleiches Wirkprinzip, gleiches Risiko
Medikamente: Was geht – was nicht?
🚫 Meiden bei Urtikaria
❌ Ibuprofen NSAID
Nurofen, Dolormin, Ibu-ratiopharm → sehr häufiger Auslöser
❌ Diclofenac NSAID
Voltaren, Diclac – auch als Gel/Creme problematisch
❌ Aspirin / ASS Salicylat
Acetylsalicylsäure → hemmt COX-1, löst Pseudoallergie aus
❌ Novalgin / Novaminsulfon Pyrazolon
Metamizol → kann Mastzellen direkt aktivieren
❌ Naproxen, Ketoprofen NSAID
Weitere NSAID mit gleichem Risikoprofil
❌ ACE-Hemmer Blutdruck
Ramipril, Lisinopril → können Angioödeme verstärken
✅ Verträglich bei Urtikaria
✅ Paracetamol Empfohlen
Ben-u-ron, Paracetamol-ratiopharm – Mittel der Wahl bei Schmerzen
✅ Paracetamol niedrig dosiert Gut verträglich
Bis 1.000 mg in der Regel gut verträglich – Arzt fragen
⚠️ Antibiotika
Grundsätzlich möglich, aber Beipackzettel beachten
→ immer mit Arzt besprechen
Jedes neue Medikament vorher mit dem behandelnden Arzt abklären!
⚠️
Warum reagieren Urtikaria-Betroffene auf NSAID?
Menschen mit Urtikaria reagieren oft auf NSAID, weil diese Schmerzmittel das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Körper verändern. Sie blockieren ein Enzym (COX‑1), dadurch werden einige Schutzstoffe weniger und andere entzündungsfördernde Stoffe mehr gebildet. Bei vielen Urtikaria‑Betroffenen sind die Mastzellen ohnehin überempfindlich; durch diese Verschiebung werden sie noch leichter aktiviert und schütten Histamin und andere Stoffe aus. Das kann dann neue Quaddeln oder einen Urtikaria‑Schub auslösen, obwohl gar kein klassisches Allergen im Spiel ist.
⚠️ Grundsätzlich gilt: Arzt oder Apotheker fragen!
Bei der gleichzeitigen Einnahme verschiedener Medikamente können Wechselwirkungen auftreten, die die Wirksamkeit beeinflussen oder Nebenwirkungen verstärken. Kläre immer mit Deinem Arzt oder Apotheker, ob Deine Medikamente miteinander kombiniert werden können.
Nebenwirkungen von Medikamenten kannst du beim Paul-Ehrlich-Institut melden!
