Urtikaria-Helden gUG
💉 Biolokikum – Stufe 2
Xolair® (Omalizumab)
Der Anti-IgE-Antikörper, der gezielt ins Immunsystem eingreift.
Mit monatlicher Injektion mit sehr guter Wirksamkeit bei chronischer Urtikaria.
Was ist Xolair (Omalizumab)? Xolair ist ein monoklonaler Antikörper, der gezielt gegen Immunglobulin E (IgE) gerichtet ist, jene Antikörper, die bei Urtikaria eine Schlüsselrolle spielen. Er bindet freies IgE im Blut und verhindert dadurch, dass es an Mastzellen andocken und Histamin freisetzen kann.
Xolair wird eingesetzt, wenn Antihistaminika, auch in hoher Dosierung, nicht ausreichend wirken. Es ist ein Biologikum der Therapiestufe 3 und gehört heute zu den wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten bei chronisch spontaner Urtikaria (CSU).
Wie wirkt Xolair – Schritt für Schritt
IgE-Antikörper binden
Bei Urtikaria sind viele IgE-Antikörper im Blut vorhanden, die an Mastzellen andocken und Quaddeln & Juckreiz auslösen.
Xolair greift ein
Omalizumab bindet das freie IgE im Blut und macht es unschädlich und kann nicht mehr an die Mastzellen andocken.

Symptome nehmen ab
Weniger IgE an den Mastzellen bedeutet: weniger Histaminausschüttung, weniger Quaddeln, weniger Juckreiz.
⌛
Haben Sie Geduld – es wird besser! 😊
Bei manchen Patienten wirkt Xolair nicht direkt nach der ersten Injektion. Da es ein Langzeitmedikament ist, kann die volle Wirkung auch erst nach einigen Monaten eintreten. Das ist normal!
♦ Hoher IgE-Wert → Xolair wirkt oft schneller
♦ Niedriger IgE-Wert → etwas mehr Geduld nötig
♦ Xolair benötigt genug freie Antikörper, um vollständig aktiv zu sein
♦ Regelmäßige Injektionen nicht unterbrechen!
Mögliche Nebenwirkungen
💉
Injektionsstellen-Reaktion
Rötung, Schwellung oder leichter Schmerz an der Einstichstelle.
Häufig
🤕
Kopfschmerzen
Gelegentlich nach der Injektion, meist vorübergehend.
Gelegentlich
😴
Müdigkeit
Allgemeines Erschöpfungsgefühl, besonders in der Anfangsphase.
Gelegentlich
🦴
Gelenkschmerzen
Schmerzen oder Steifigkeit können in den Gelenken möglich sein.
Gelegentlich
⚠️
Allergische Reaktion
Selten, aber möglich, daher Beobachtungszeit nach Injektion wichtig.Selten
💇
Haarausfall
In Spontanmeldungen berichtet, jedoch kein nachgewiesener kausaler Zusammenhang.Nicht bekannt
💡 Xolair & Haarausfall – was steckt dahinter?
In der Fachinformation von Xolair ist Haarausfall mit der Häufigkeit „Nicht bekannt” gelistet. Das bedeutet: In klinischen Studien wurden keine entsprechenden Hinweise gefunden – erst durch Spontanmeldungen nach Markteinführung wurde es aufgenommen.
Aus der wissenschaftlichen Literatur ergibt sich kein Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang. Haarausfall tritt in der Bevölkerung sehr häufig auf (ca. 1 von 10) und hat viele mögliche Ursachen: Hormonschwankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, andere Medikamente u. v. m.
Tipp: Wer vorher Kortison genommen hat und dieses mit Xolair absetzt, kann durch den Wegfall des kortison-bedingten Haarwuchses scheinbaren Haarausfall erleben. Bei anhaltendem Haarausfall → fachärztliche Abklärung empfohlen.
🗒️
Beipackzettel Xolair® herunterladen
Alle offiziellen Informationen zu Dosierung, Anwendung, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen als PDF.
⚠️ Grundsätzlich gilt: Arzt oder Apotheker fragen!
Bei der gleichzeitigen Einnahme verschiedener Medikamente können Wechselwirkungen auftreten, die die Wirksamkeit beeinflussen oder Nebenwirkungen verstärken. Kläre immer mit Deinem Arzt oder Apotheker, ob Deine Medikamente miteinander kombiniert werden können.
Nebenwirkungen von Medikamenten kannst du beim Paul-Ehrlich-Institut melden!

Immer unter ärztlicher Begleitung
Xolair wird ausschließlich vom Arzt oder in der Praxis injiziert und regelmäßig auf Wirksamkeit und Verträglichkeit überprüft.
Sprechen Sie alle Beschwerden offen an, gemeinsam finden Sie die beste Lösung.
