Physikalische Urtikaria

Äußere Einflüsse

Zu dieser großen Gruppe gehören solche Urtikariaerkrankungen, bei denen Quaddeln, Juckreiz und/oder Angioödeme nur nach Kontakt mit bestimmten physikalischen Reizen auftreten. Bei der häufigsten physikalischen Urtikaria, der Urticaria Factitia, geschieht dies beispielsweise durch heftiges Reiben oder Kratzen der Haut.

Alle Formen der physikalischen Urtikaria können einzeln, zusammen mit einer oder mehreren anderen physikalischen Urtikariaerkrankungen oder bei Patienten mit einer Spontanen Urtikaria oder einer anderen Form der Urtikaria auftreten. Häufige Vertreter der Physikalischen Urtikaria sind neben der Urticaria Factitia die Kälteurtikaria und die Lichturtikaria. Seltene physikalische Urtikariaerkrankungen sind die Druckurtikaria und die Wärmeurtikaria.

Quelle: www.urtikaria.net

Die Urticaria factitia (UF) gehört zu den physikalischen Formen der Urtikaria. Der auslösende Reiz der UF ist das Einwirken von Scherkräften auf die Haut, wie sie z. B. beim Reiben, Kratzen oder Scheuern der Haut entstehen.

Die Häufigkeit der UF in der Gesamtbevölkerung beträgt je nach Literaturangabe bis zu 5%. Patienten mit einer anderen Form der Urtikaria leiden noch häufiger unter einer UF. Bis zu 50% aller Patientinnen und Patienten mit Chronischer Urtikaria zeigen zumindest zeitweise Symptome einer UF. Betroffen sind vor allem junge Erwachsene zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, wobei der Anteil der Frauen leicht überwiegt. Die Angaben zur Dauer der UF schwanken zwischen 2 und 5 Jahren, wobei solche Angaben rein statistischer Natur sind und nicht auf einen individuellen Patienten angewandt werden können.

Factitia ist aus dem lateinischen „facere“ abgeleitet, was „machen“ bedeutet. Die Urticaria factitia ist also eine „gemachte Urtikaria“.

Aus Jadasohns „Handbuch der Haut- und Geschlechtkrankheiten“ von 1928 zur mittelalterlichen Geschichte der UF:

„Über die Urticaria factitia (Dermographismus oedematosus) entnehmen wir einer Arbeit Lapinskys folgende geschichtliche Daten: ‚Nach FALK waren solche Zustände der Haut bereits im Mittelalter, im Zeitalter der religiösen Verfolgungen und der Inquisition, sehr wohl bekannt. In jener Zeit mußte derjenige, bei dem dieses Phänomen beobachtet wurde, seinen Kopf auf dem Schaffot lassen oder bei lebendigem Leibe verbrannt werden, da dadurch die nahe Bekanntschaft des Trägers dieser Erscheinung mit dem Teufel als bewiesen galt.

Medizinische Autoritäten wurden erst in der Mitte des vorigen Jahrhunderts auf diese eigenartige Erscheinung aufmerksam. BAYER erzählt 1840 – als einer der ersten – in seinem Handbuch der Hautkrankheiten von einem jungen Mann, der durch Reiben oder Kneifen seiner Haut zu jeder Zeit Flecken und Quaddeln auf seinem Gesicht oder auf seinen Händen hervorrufen konnte. Etwas später beschreibt BATEMAN in seinem Lehrbuch ein junges Mädchen, das in jedem Augenblick auf ihrer Haut durch Kratzen mit den Nägeln Quaddeln hervorbringen konnte.'“

Beschwerden

Wie bei anderen Formen der Urtikaria sind die Leitsymptome der Urticaria factitia flüchtige Quaddeln, Rötungen und Juckreiz. Seltener werden auch Kribbeln, Beißen und Wärmeempfindung beschrieben. Bei der UF entstehen die Hauterscheinungen niemals spontan, sondern ausschließlich an Hautstellen, an denen Scherkräfte einwirken; Stellen also, an denen enge Kleidung auf der Haut gerieben hat oder an denen gekratzt wurde. Die Stärke der zur Auslösung notwendigen Scherkräfte variiert beträchtlich. Bei manchen Patienten reicht schon ein leichtes Streichen, bei anderen bedarf es eines starken Kratzens, um die Hautveränderungen auszulösen.

Die Quaddeln der UF entstehen innerhalb von nur 5 Minuten und können bis zu mehreren Stunden andauern. Die oft sehr gut zu beobachtende Abfolge der Hautreaktion ist hier kurz zusammengefasst:
Nach dem Reiben oder Kratzen der Haut kommt es zu einer Rötung der Haut (durch erhöhten Blutfluss) um die sich im weiteren Verlauf ein geröteter Hof ausbildet, der weit über die Auslösestelle hinausgeht, an der sich dann eine Quaddel ausbildet und Juckreiz einstellt. Zunächst ist die Quaddel noch rot. Sie wird dann aber weißlich und nach wenigen Minuten wird das Vollbild erreicht: Eine juckende, etwas über die Auslösestelle hinausgehende weißliche Quaddel auf einem geröteten Hof.
In der Reihenfolge des Erscheinens verschwinden die Symptome auch wieder: Nach kurzer Zeit lässt die Rötung etwas nach. Dann wird auch der Juckreiz schwächer und verschwindet mit der Quaddel.

Auslöser und Ursachen

Bei der UF kann in der Regel trotz eingehender Untersuchungen keine eindeutige Ursache gefunden werden. Am ehesten kommen Intoleranzreaktionen gegen Medikamente wie Penicillin, Aspirin, Codein, Sulfonamide oder Lidocain in Betracht. Andere assoziierte Erkrankungen sind Parasitosen oder eine Mastozytose. Die Rolle von Intoleranzreaktionen gegen Lebensmittel und Lebensmittelbestandteile ist bei der UF umstritten. Die UF ist oft mit anderen Formen der Urtikaria vergesellschaftet. In diesen Fällen kann meist – aber keineswegs immer – auf eine gemeinsame Ursache geschlossen werden.

Wie auf die Haut wirkende Scherkräfte die Hautmastzellen zur Histaminfreisetzung stimulieren, ist nicht bekannt. Denkbar wäre zum Beispiel die Freisetzung von Botenstoffen (sogenannten Neuropeptide) aus den durch Reizung der Haut erregten Hautnerven, denn viele dieser Botenstoffe sind bekannte Mastzellstimulatoren. Die Reaktion in der Haut nach der Aktivierung der Mastzellen zeigt sich bereits nach wenigen Minuten und auch unter dem Mikroskop ist nach kurzer Zeit gut zu sehen, wie sich die Hautgefäße erweitern und sich ein Ödem (Wassereinlagerung) bildet. Bald darauf kann man beobachten, wie weiße Blutzellen in das Hautgewebe um die oberflächlichen Hautgefäße eindringen, was dem Bild einer frühen entzündlichen Reaktion entspricht.

Untersuchungen

Die Diagnose der UF ist relativ einfach: Mit einem Holzspatel oder einem geschlossenen Kugelschreiber wird mit mäßigem Druck über die (Rücken-) Haut gestrichen. Dabei kommt es bei fast allen Menschen zu einer Hautreaktion, die Dermographismus (griechisch für „auf die Haut schreiben“) genannt wird.

Bei Gesunden entsteht ein „roter Dermographismus“, der nichts weiter als eine kurz andauernde Hautrötung als Reaktion auf die erfolgte mechanische Irritation darstellt. Diese Reaktion ist völlig normal und wird von gesunder Haut erwartet.

Der Dermographismus der UF ist unverwechselbar anders. Er besteht aus einer überschießenden Hautrötung und einer darin liegenden erhabenen juckenden Quaddel. Eine UF wird diagnostiziert, wenn es bei dieser Testung

  1. zu einer Rötung der Haut kommt, die über die Auslösestelle hinausreicht,
  2. zu einer Quaddelbildung kommt und
  3. diese Hauterscheinungen spätestens nach mehreren Stunden folgenlos abgeklungen sind.

Behandlung

Da so wenig über die Ursachen der UF bekannt ist, sind die therapeutischen Möglichkeiten bei der UF eingeschränkt. Allen UF-Patientinnen und -Patienten ist zunächst zu raten, die auslösenden Stimuli wo möglich zu meiden. Dazu zählt vor allem der Verzicht auf eng anliegende, zwickende und scheuernde Kleidung und enge Gürtel. Außerdem lohnt es sich, so gut wie möglich auf bestimmte Medikamente wie fiebersenkende Schmerzmittel (ASS, Ibuprofen, Diclofenac), Penicillin und Codein zu verzichten. Nur selten kann durch die Behandlung assoziierter Erkrankungen ein kurativer Therapieansatz verfolgt werden.

Medikamentös ist die UF in der Regel mit modernen Antihistaminika gut beherrschbar. Am häufigsten bereitet das nächtliche Auftreten von Juckreiz Probleme. Dagegen kann mit leicht sedierenden (müde machenden) Antihistaminika zur Nacht oder juckreizstillenden Cremes vorgegangen werden. Andere Therapieformen (z.B. immunsupprimierende Medikamente) sind im Einzelfall in Erwägung zu ziehen, wobei eine Prognose über den zu erwartenden Therapieerfolg nur selten möglich ist.

 

Quelle: www.urtikaria.net

Die Kälteurtikaria (KU), eine der häufigeren Formen der Physikalischen Urtikaria, ist in den meisten Fällen erworben, das heißt, sie entwickelt sich im Laufe des Lebens. Wie der Name schon sagt, ist Kälte der Auslöser für die Hauterscheinungen. Typisch ist also, dass es nur nach einem Kontakt mit Kälte, z.B. kalter Luft oder kaltem Wasser) zu urtikariellen Beschwerden kommt.

Kälteallergie oder Kälteurtikaria?

Die Begriffe „Kälteurtikaria“ und „Kälteallergie“ werden oft synonym gebraucht. Eine KU macht zwar genau die gleichen Beschwerden wie eine Allergie, ist aber keine echte Allergie. Auch andere Erkrankungen, wie z.B. die Kryoglobulinämie werden immer wieder als „Kälteallergie“ bezeichnet. Auch die Kryoglobulinämie ist keine Allergie. So ist der Ausdruck „Kälteallergie“ nicht nur irreführend, sondern auch falsch: Es gibt überhaupt keine Allergie gegen Kälte. Eine Allergie beruht auf der Bildung von Antikörpern gegen ein Allergen. Ein Allergen ist eine an sich harmlose Substanz aus unserer Umwelt, gelegentlich auch ein im Körper vorhandener Stoff. Bei Kontakt mit dem Allergen entsteht dann die allergische Reaktion. Da gegen Kälte keine Antikörper gebildet werden können, kann es auch keine Kälteallergie geben.

Unter den physikalischen Urtikariaformen ist die KU mit etwa 15% nicht selten. In kalten Ländern (Skandinavien) kommt sie häufiger vor, in warmen etwas weniger. Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer, beide Geschlechter meist im jungen Erwachsenenalter. Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt etwa 5 Jahre. Der Schwerpunkt der jahreszeitlichen Verteilung liegt in unseren Breiten klar im Winter [1-3].

Beschwerden

Wie alle Urtikariaformen äußert sich die KU in häufig stark juckenden Haut- und/oder Schleimhautveränderungen, mit meist zentral blassen Quaddeln von unterschiedlicher Größe und Anordnung, die aussehen, als ob man in eine Brennessel gegriffen hätte. Die Quaddel ist eine Flüssigkeitsansammlung in der Haut und kommt durch eine Erweiterung der Hautgefäße bei Erhöhung ihrer Wanddurchlässigkeit zustande.

Ursache für diese Reaktion ist eine Ausschüttung von verschiedenen Entzündungsstoffen, vor allem von Histamin aus den Mastzellen. Die Hauterscheinungen treten dort auf, wo die Kälte einwirkt, deswegen sind meist die unbekleideten Körperregionen wie Hände und Gesicht betroffen. Dabei gibt es keine für alle Patienten geltende absolute Schwellentemperatur oder -zeit. Die auslösende Form der Kälte (ob Luft, Wasser, kalte Gegenstände, kalte Getränke oder Mahlzeiten, Körpertemperatur, verdunstender Schweiß) ist individuell sehr verschieden. Viele Patienten berichten, dass neben der absoluten Temperatur auch ein rascher Temperaturwechsel, also ein großer Temperaturunterschied (Warm-Kalt-Übergang) für das Auftreten von Quaddeln entscheidend ist. Für die meisten KU-Fälle gilt jedoch, dass beim Unterschreiten einer bestimmten Umgebungstemperatur Quaddeln auftreten, entweder sofort danach oder bei der Wiederaufwärmung nach dem Kältekontakt.

Komplikationen

Die KU birgt besondere Gefahren, die – glücklicherweise nur selten – zu schweren Komplikationen führen. So kann ein ‚Sprung ins kalte Wasser‘ eine generalisierte Urtikaria-Reaktion auslösen, die bis zum Schock führen kann. Auf Grund dieses Schockgeschehens kommt es erst zu einer Weitstellung der Gefäße und dann zu einem Blutdruckabfall mit Minderdurchblutung lebenswichtiger Organe (Gehirn, Herz, Niere), deren Folge Bewusstlosigkeit und Ertrinken sein kann.

Auch kann der Genuss von kalten Getränken oder von Speiseeis bei Patienten mit KU zu Schwellungen im Rachenbereich führen. Solche Schwellungen können nicht nur Schluckbeschwerden, sondern auch Atemnot bzw. einen kompletten Verschluss der Atemwege zur Folge haben [4-7].

Besondere Vorsicht ist für KU-Patientinnen und -Patienten bei einem Krankenhausaufenthalt und insbesondere bei Operationen unter Vollnarkose geboten, denn Infusionslösungen, die vor der intravenösen Verabreichung nicht auf Körpertemperatur erwärmt werden, können zu schweren KU-Schüben führen.

Auslöser und Ursachen

Mit der KU sind gehäuft andere Erkrankungen vergesellschaftet (assoziiert), d.h. es wurde festgestellt, dass bestimmte Erkrankungen bei KU-Patientinnen und -Patienten häufiger vorkommen als bei Gesunden. Oft – keineswegs jedoch immer – verschwindet die KU nach erfolgreicher Behandlung der assoziierten Erkrankung. Wenig überraschend ist, dass bei KU-Patienten häufig mehrere Urtikariaerkrankungen zusammen auftreten. Etwa jeder vierte KU-Patient leidet zusätzlich an einer anderen Urtikariaform (Cholinergische Urtikaria, Chronische Spontane Urtikaria, Urticaria factitia). Auch Nahrungsmittelallergien, belastungsabhängiges Asthma, Tiergiftreaktionen (z.B. Insekten, Quallen) und Atopie treten bei KU-Patienten häufiger auf.

Darüber hinaus scheint die KU mit Infektionskrankheiten assoziiert zu sein. Oft genannt werden infektiöse Mononukleose (Pfeiffer’sches Drüsenfieber), Syphilis, Hepatitis, Masern, Varizellen (Windpocken), Borreliose, HIV-Infektionen, Atemwegsinfektionen, Helicobacter pylori und Parasitosen. Auch entzündliche Prozesse im HNO-Bereich, im Zahn-und Kiefer-Bereich oder im Urogenitaltrakt können mit der KU vergesellschaftet sein und sie aufrechterhalten. Das könnte auch erklären, warum viele KU-Patienten nach einer antibiotischen Therapie von ihrer KU gesunden.

Weiter sind Kryoglobulinämien bei KU-Patienten häufiger als bei Kontrollgruppen [10-13]. Kryoglobuline sind Bluteiweiße, die unterhalb der normalen Körpertemperatur gelartig werden und daher zu einer erhöhten Viskosität des Blutes führen, d.h. das Blut wird dickflüssiger. Meistens treten die Beschwerden zuerst an der Fingerspitzen auf, die dann Durchblutungsstörungen vor allem bei Kälte aufweisen. Besonders häufig entstehen Kryoglobuline bei chronischen Virusinfekten, es können aber auch Neoplasien oder hämatologische Erkrankungen dahinterstecken.

Des Weiteren können Medikamente Auslöser einer KU sein. Da sind zum einen die üblichen Verdächtigen wie Aspirin, Diclofenac, Indometacin, Ibuprofen, Metamizol und die ACE-Hemmer. Aber auch orale Kontrazeptiva, Antimykotika oder Antibiotika sind mögliche Auslöser sein.

Untersuchungen

Mit dem TempTest 4.0®, einem elektronischen Testgerät, läßt sich nicht nur feststellen, ob eine oben beschriebene Urtikaria vorliegt, sondern im Gegensatz zum herkömmlichen „Eiswürfeltest“, auch genau die Schwellentemperatur ermitteln, bei der die Reaktion beim entsprechenden Patienten ausgelöst wird. Mit dem Gerät werden stufenlos Temperaturen von 4°-44° C erzeugt und mit der Haut in Berührung gebracht. Der Unterarm des Patienten wird für 5 Minuten auf dem Gerät auf einem Aluminiumbogen in U-Form platziert, auf dem alle Temperaturen zwischen 4° und 44° C kontinuierlich abgebildet sind. Es wird festgestellt, bei welcher Schwellentemperatur (höchste Temperatur bei Kälte- und niedrigste Temperatur bei Wärmeurtikaria) sich Quaddeln auf der Haut bilden.

Nach weiteren 10 Minuten wird anhand der sich gebildeten Quaddeln, die Schwellentemperatur bequem abgelesen. Die Quaddeln werden auf der Kunststoff-Schablone eingetragen und sie dient der medizinischen Dokumentation für die Therapie des Patienten, deren Ziel es immer ist, die reizauslösende Temperatur zu senken.

Das Gerät wurde in einer der führenden deutschen, medizinischen Fakultäten, der Charité in Berlin (Prof. Marcus Maurer) entwickelt.

Behandlung

Wie stets ist eine kausale und kurative, d.h. gegen die Ursache gerichtete und heilende Therapie wünschenswert. Eine solche Therapie der KU richtet sich natürlich nach den diagnostizierten Ursachen und assoziierten Erkrankungen.

Im Falle einer zugrunde liegenden Infektion erfolgt z.B. eine antibiotische Behandlung. Auch wenn die Durchuntersuchung keinen Hinweis auf eine Infektion ergeben hat, kann eine Antibiotikabehandlung mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden, wobei eine ausreichend hohe Dosis ggf. auch in Infusions- oder Injektionsform verabreicht werden sollte. Außerdem kommen symptomatisch Antihistaminika und Leukotrienantagonisten zum Einsatz.

Ein eher noch experimenteller Ansatz ist die Behandlung mit Capsaicin. Capsaicin ist ein Alkaloid, das neben anderen Capsaicinoiden in der Paprikafrucht gebildet wird. Der Wirkmechanismus besteht in der vorübergehenden Entleerung der Neurotransmitter aus den Nervenendigungen. Damit wird der Juckreiz ausgeschaltet, aber auch das Auftreten von Quaddeln kann so verhindert werden. Nachteilig ist die aufwendige und häufige Applikation und die problematische Anwendung im Gesicht.

Daneben gibt es eine Reihe von Behandlungsformen, deren Wirkmechanismus noch ungeklärt ist, z.B. die Hardening-Therapie, bei der sich Patienten wiederholt kalten Temperaturen (Bädern) aussetzen und den Körper an die Kälte gewöhnen. Bei manchen Patienten scheint eine Bestrahlung mit UV-Licht zu einer Besserung der Symptome zu führen.

Bis zum Eintritt eines Therapieerfolges sollte die nahe liegendste Therapie zunächst im Vordergrund stehen: Das Meiden von Kälte (oder: schnellen Temperaturwechseln). Da Kälte natürlich oft nur schwer vermieden werden kann, ist Kälteschutz wichtig. Dichte, warme Kleidung, Handschuhe und warme Schuhe/Socken. Ungeschützte Stellen wie das Gesicht sollten vorher mit einer fetthaltigen Creme versorgt werden.

Unbedingt vermieden werden sollten der Sprung in kaltes Wasser, da Kreislaufreaktionen bis hin zur Schocksymptomatik möglich sind. Kalte Speisen und Getränke müssen gemieden werden, da es zu lebensbedrohlichen Schwellungen im Rachenbereich kommen kann. Gefährdete Patienten sollten für diesen Fall mit einer Notfallmedikation versehen sein. Ein Notfallset besteht aus einem Cortisonpräparat (z.B. Celestamine®, am besten flüssig!) und einem Antihistaminikum (z.B. Tavegil® oder Fenistil®).

 

Quelle: www.urtikaria.net

Die Lichturtikaria, die auch solare Urtikaria genannt wird, gehört zu den häufigeren physikalischen Urtikariaformen. Bei der Lichturtikaria entstehen die für die Urtikaria typischen Quaddeln und der Juckreiz nach Einwirkung von Licht, insbesondere Sonnenlicht. Die Lichturtikaria ist deshalb im allgemeinen Sprachgebrauch auch unter dem Namen „Sonnenallergie“ bekannt.

Die Lichturtikaria betrifft zumeist junge Menschen um das 30. Lebensjahr. Es gibt aber auch Fälle, in denen weitaus ältere Menschen noch an einer Lichturtikaria erkranken. Studien zeigen, dass Frauen häufiger von der Lichturtikaria betroffen sind als Männer. Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt etwa 4-6 Jahre [10], in Einzelfällen sind aber auch Krankheitsdauern von mehreren Jahrzehnten beschrieben. Über 20% der Patientinnen und Patienten mit Lichturtikaria leiden gleichzeitig noch an einer anderen Form der Urtikaria [10], wie z.B. an einer Urticaria factitia oder einer Wärmeurtikaria.

Beschwerden

Typischerweise beginnt eine Lichturtikaria sehr plötzlich im Frühjahr oder Sommer. Wenige Sekunden bis Minuten nach Lichteinwirkung (UVA, UVB oder sichtbares Licht) entstehen auf der Haut, die dem Licht ausgesetzt war, juckende Quaddeln. In seltenen Fällen entstehen die Quaddeln aber auch erst einige Stunden nach Sonnenbestrahlung. Die komplett lichtgeschützte Haut bleibt in aller Regel erscheinungsfrei. Leichte Kleidung jedoch hält UVA-Strahlen und sichtbares Licht oft nicht vollständig ab, so dass es vorkommen kann, dass die Lichturtikaria auch an „bedeckten“ Körperstellen auftritt.
Wird die Sonneneinstrahlung beendet, verschwinden die Beschwerden innerhalb von 24 Stunden wieder. Bei geringerer Strahlenintensität entstehen nur Rötungen, eventuell kleine Quaddeln. Daher ist es nicht immer einfach, die Lichturtikaria von anderen durch Licht ausgelösten Hautreaktionen zu unterscheiden.
Wird der ganze Körper der Strahlung ausgesetzt, kann es auch zu schwerwiegenderen Symptomen wie Atemnot, Schwindel oder einem anaphylaktischen Schock kommen.

In genauen Lichttestungen hat man herausgefunden, dass Patientinnen und Patienten häufig nur auf einen Teil des Lichtspektrums, d.h. nur auf Strahlung innerhalb eines bestimmten Wellenlängenbereichs empfindlich reagieren.

Diesen Wellenlängenbereich nennt man auch Aktionsspektrum. Die meisten Patienten mit Lichturtikaria (ca. 60%) vertragen sichtbares Licht nicht, etwa 30% der Lichturtikaria-Patienten reagieren nur auf die für uns unsichtbare UVA–Strahlung (340-400 nm Wellenlänge) [10], noch seltener ist eine Unverträglichkeit von UVB-Strahlung (280-320 nm).
Gelegentlich kommt es auch vor, dass Patienten sowohl auf sichtbares Licht als auch auf UV-Strahlung reagieren. Interessanterweise gibt es Patienten, bei denen ausschließlich das Licht der Sonne eine Urtikaria auslöst, künstliches Licht wird problemlos vertragen.

Bei längerer Krankheitsdauer der Lichturtikaria kann das Aktionsspektrum auch wechseln. Im Gegensatz zum Aktionsspektrum, also dem Wellenlängenbereich, der urtikarielle Reaktionen an der Haut auslöst, existiert bei etwa 70 % der Lichturtikaria-Patienten ein bestimmter Wellenlängenbereich, durch den die Urtikaria-Entstehung unterdrückt wird, ein sogenanntes „Hemmspektrum“.

In den meisten Fällen sind die Wellenlängen des Hemmspektrums länger als die des Aktionsspektrums: liegt z.B. das Aktionsspektrum im UVA-Bereich mit Wellenlängen um 320 bis 400 nm, würde das Hemmspektrum möglicherweise im sichtbaren Licht (400 bis 780 nm) liegen. Bei den meisten Patienten mit Lichturtikaria tritt eine Hemmung der Urtikaria aber nur auf, wenn die Bestrahlung mit dem Hemmspektrum zeitlich direkt nach der Bestrahlung mit dem Aktionsspektrum erfolgt.

Einige Autoren haben festgestellt, dass es bei einigen wenigen Patienten sogar noch eine dritte Spektrum-Form gibt – das Verstärkungs-Spektrum. Vorbestrahlung mit dem Verstärkungs-Spektrum verstärkt die durch Bestrahlung mit dem Aktionsspektrum provozierte Lichturtikaria.

Bei einigen Patienten mit Lichturtikaria sind nur bestimmte Regionen der Haut empfindlich für Licht, z.B. kann es vorkommen, dass die Bestrahlung des linken Armes zu einer Lichturtikaria führt, am rechten Arm bei gleicher Bestrahlungsmenge und -dauer keinerlei Reaktion auftritt. Dieses seltene Phänomen bezeichnet man auch als fixe solare Urtikaria.

Krankheiten, mit denen man die Lichturtikaria leicht verwechseln kann

Bei der Wärmeurtikaria, einer sehr seltenen Form der physikalischen Urtikaria, treten Quaddeln und Juckreiz an Hautstellen auf, die Wärme ausgesetzt sind (z.B. warmes Wasser oder warme Luft). Deshalb kann die Lichturtikaria, wenn sie im Sommer auftritt, manchmal mit der Wärmeurtikaria verwechselt werden. Bei einer Lichturtikaria sind in aller Regel nur solche Hautstellen betroffen, die dem Licht ausgesetzt sind, während bei der Wärmeurtikaria eher an bekleideter Haut (Wärmeentwicklung) Quaddeln auftreten. Im Zweifel sollten Wärme- und Lichttestungen die Diagnose sichern.

Manchmal können auch die Hautveränderungen der polymorphen Lichtdermatose denen der Lichturtikaria ähneln. Allerdings bleiben die Hautveränderungen der polymorphen Lichtdermatose typischerweise deutlich länger (Tage!) bestehen und haben einen eher ekzematösen, knotigen Charakter. Dasselbe gilt für photoallergische oder phototoxische Kontaktekzeme, den Lupus erythematodes und die Porphyrie.

Auslöser und Ursachen

Bis jetzt ist der genaue Mechanismus, durch den es bei Lichturtikaria-Patienten nach Lichteinstrahlung zum Urtikariaschub kommt, noch nicht bekannt. Entnimmt man einem Patienten mit Lichturtikaria Blut und spritzt es ihm gleich wieder in die Haut, reagiert der Patient völlig normal auf sein Blut – man sieht gar nichts an der Einstichstelle. Bestrahlt man das entnommene Blut allerdings mit Licht der entsprechenden Wellenlänge und injiziert es dann, entsteht an der Einstichstelle bei vielen Lichturtikaria-Patienten eine juckende Quaddel. Dieses Experiment deutet darauf hin, dass bei Patienten mit Lichturtikaria eine im Körper vorhandene Substanz (Chromophore/Precursor) durch Einwirkung von Licht so verändert wird, dass sie die Mastzellen zur Histaminausschüttung bringt.

Allerdings haben Versuche gezeigt, dass zusätzlich noch ein weiterer Faktor eine Rolle spielen muss, da diese lichtveränderte Substanz bei gesunden Menschen nicht zur Quaddelbildung führt. Dies könnten möglicherweise IgE-Antikörper sein, die gegen ein Photoallergen gerichtet sind.

Anders als bei der chronischen Urtikaria, bei der Quaddeln und Juckreiz „spontan“ auftreten, ist über einen eventuellen Zusammenhang der Lichturtikaria mit Infekten, Nahrungsmittelzusatzstoffen oder Allergien noch nichts bekannt. Daher wird die Lichturtikaria in den meisten Fällen als „idiopathisch“ (= Ursache nicht geklärt) bezeichnet.

Gelegentlich tritt eine Lichturtikaria jedoch auch sekundär, d.h. als Folge einer identifizierbaren Ursache oder einer anderen Erkrankung auf. Sowohl die Porphyrie als auch der Lupus erythematodes können mit einer Lichturtikaria einhergehen, daher sollten diese Krankheiten mit Hilfe von Laboruntersuchungen ausgeschlossen werden.

Auch tritt die Lichturtikaria gelegentlich in Zusammenhang mit der Einnahme von bestimmten Medikamenten auf, sogenannten Photosensibilisatoren. Dies können Medikamente wie Tetracyclin oder Chlorpromazin, aber auch äußerlich angewandte Substanzen z.B. teerhaltige Salben sein. Die durch Medikamente bedingte Form der solaren Urtikaria nennt man auch sekundäre solare Urtikaria. Der genaue Mechanismus der Photosensibilisierung ist für jedes Medikament verschieden. In jedem Fall kommt es durch Lichtbestrahlung zu chemischen Veränderungen des eingenommenen Medikamentes oder dessen Abbauprodukten, die dann eine Degranulation der Mastzellen in der Haut bewirken. Wird das photosensibilisierende Medikament nicht mehr eingenommen, verschwinden die Symptome innerhalb weniger Tage.

Untersuchungen

Zur Diagnose einer Lichturtikaria sollte eine genaue Lichttestung durchgeführt werden. Hierzu wird die Haut mit Licht unterschiedlicher Wellenlängen bestrahlt, um den auslösenden Wellenlängenbereich festzustellen und einen eventuell vorhandenen hemmenden Wellenlängenbereich zu identifizieren. Getestet wird mit einer sogenannten „Lichttreppe“ an normalerweise nicht sonnenbestrahlter Haut, zum Beispiel am Rücken oder am Gesäß.

Eine Ausnahme hiervon stellt die fixe solare Urtikaria dar, die nur an bestimmten Körperstellen auftritt. Hier sollte ein Testareal gewählt werden, in dem auch vorher schon urtikarielle Hautveränderungen aufgetreten sind, da sonst die Lichttestung falsch negativ ausfällt. Nacheinander werden kleine Hautfelder mit UVA- (Metallhalogenidstrahler), UVB-(Fluoreszenzstrahler) oder sichtbarem Licht (Diaprojektor) in jeweils steigender Strahlungsintensität bestrahlt. Die angewendeten Lichtstärken sollten unter 30 J/cm2 für UVA-Strahlung und unter 300 mJ/cm2 für UVB-Strahlung bleiben, mit der Diaprojektorglühlampe (150-300 W) sollte nicht länger als 30 Minuten aus 10 cm Entfernung bestrahlt werden. Der Test muss nach Beendigung der Bestrahlung sofort abgelesen werden, da die stärkste Reaktion meist schon nach einer Minute auftritt. Die geringste Lichtstärke, bei der die ersten Quaddeln auftreten, wird als minimale urtikarielle Dosis (MUD) bezeichnet. Da bei jeder Art von Provokationstestung in Ausnahmefällen auch starke Reaktionen wie Kreislaufkollaps und Atemnot auftreten können, sollten diese Testungen nur dort stattfinden, wo man für Notfälle ausgerüstet ist.

Behandlung

Da man noch nicht genau weiß, wie und warum eine Lichturtikaria entsteht, gibt es zur Zeit auch keine anerkannt wirksame Therapie, die die Ursache der Erkrankung bekämpft. Daher versucht man, entweder den Ausbruch der Urtikaria durch Lichtschutz zu verhindern oder die Symptome zu mildern.

Eine relativ einfache Möglichkeit, sich vor der Sonneneinwirkung zu schützen, sind Sonnenschutzcremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor und Breitbandfilter. Leider sind sie meist nur bei Patienten wirksam, die auf ultraviolettes Licht reagieren, haben aber wenig Nutzen bei der durch sichtbares Licht ausgelösten Urtikaria.

Eine andere Möglichkeit der symptomatischen Behandlung ist die Einnahme von Antihistaminika, die die Wirkungen des Histamins blockieren. Sie erreichen jedoch nur eine Verbesserung der Lichttoleranz um etwa das 10fache. Sehr lichtempfindliche Patienten, die schon nach einigen Sekunden in der Sonne mit Urtikaria reagieren, profitieren daher nur wenig von dieser Therapie. Interessanterweise hemmen die Antihistaminika nur den Juckreiz und die Quaddelbildung, nicht aber die Rötung der Haut.

Eine Therapiealternative, die oft guten Erfolg bringt, ist eine Licht-Gewöhnungsbehandlung. Sie ist effektiv und nebenwirkungsarm, erfordert jedoch ein wenig Aufwand. Bei dieser Therapie werden zunächst nur Teile des Körpers, später der ganze Körper, mit Licht der individuellen Urtikaria-auslösenden Wellenlänge oder mit UVA-Licht bestrahlt (Phototherapie). Für diese Form der Gewöhnungsbehandlung steht ein zuverlässiges Verfahren zur Verfügung, das sogenannte UVA-Hardening. Durch diese Behandlung ist bereits innerhalb weniger Tage eine gute Sonnentoleranz erreichbar.

Ähnliche Ergebnisse kann man auch mit einer PUVA-Behandlung erzielen, einer Kombination aus UVA-Bestrahlung und Psoraleneinnahme (Photochemotherapie). Das Psoralen macht die Haut empfindlicher für Licht und verstärkt so die UVA-Strahlung. Die intensiven Bestrahlungen führen zu einer Gewöhnung der Haut an Licht und es kommt nicht mehr so leicht zur Quaddelbildung.

An jede dieser Lichttherapien sollten sich jedoch nach Abschluss der Behandlung weitere Bestrahlungen (oder der wiederholte kontrollierte Aufenthalt in der Sonne) anschließen, damit der Gewöhnungseffekt bestehen bleibt.

In besonders schweren Fällen der Lichturtikaria, in denen auch mit einer Lichtgewöhnungsbehandlung kein Erfolg erzielt werden kann, können auch immunsuppressive Medikamente wie z.B. Cyclosporin oder regelmäßige Plasmapheresen (Blutwäschen) versucht werden. Diese Behandlungsformen kommen aber wegen ihrer Nebenwirkungen nur in Ausnahmefällen zum Einsatz.

 

Quelle: www.urtikaria.net

Bei der Druckurtikaria entstehen meist einige Stunden nach Druckeinwirkung Schwellungen, die oft tief liegen und in Gelenkbereichen auch schmerzhaft sein können. Die Schwellungen gehen mit einer Rötung einher und sind oft erst nach 1 bis 2 Tagen wieder ganz verschwunden. Die typischerweise flüchtigen Quaddeln, wie sie bei anderen Formen der Urtikaria auftreten, findet man hier nicht. Behandlungserfolge sind oft nur mit Kortison möglich und Antihistaminika helfen meist erst in höheren Dosierungen.

Eine schnelle Hilfe und wesentliche Erleichterung kann durch Druckentlastung erreicht werden, was leider nicht in allen Situationen verwirklichbar ist. Wichtig ist das Tragen weiter und weicher Schuhe, die Benutzung von gepolsterten Trägern an Taschen und Rucksäcken und ähnliche Maßnahmen, um die Hauterscheinungen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Quelle: www.urtikaria.net

Wenn Sie immer dort Quaddeln und Juckreiz bekommen, wo Ihre Haut mit bestimmten Stoffen in Berührung gekommen ist, liegt vermutlich eine Kontakturtikaria vor. Die bekannteste Form der Kontakturtikaria ist die Urtikaria nach der Berührung von Brennesseln.

Das in den Brennhaaren der Pflanze enthaltene Histamin und die Ameisensäure lassen nach Kontakt mit der Haut die typischen brennenden Nesselverbrennungen (Quaddeln) entstehen. Diese Reaktion der Haut ist völlig normal und ungefährlich, sie ist bei jedem Menschen auslösbar. Genauso verhält es sich mit urtikariellen Hautveränderungen nach Insektenstichen: Diese Kontakturtikaria ist nicht krankhaft oder allergisch bedingt, sondern eine normale Reaktion der Haut.

Anders verhält es sich mit der allergischen Kontakturtikaria. Zahlreiche natürliche und künstliche Stoffe können eine Allergie verursachen, die sich dann als Kontakturtikaria äußert. Von großer Bedeutung sind hier Allergien gegen Nahrungsmittel. Wenn eine Nahrungsmittelallergie als Kontakturtikaria auftritt, kommt es beim Umgang mit Nahrungsmitteln zur Quaddelbildung an den Kontaktstellen, oft sind die Hände bei der Zubereitung betroffen oder -viel schlimmer- die Schleimhäute beim Essen. Die Nahrungsmittelallergie als Kontakturtikaria kann wegen der möglichen Schwellungen im Rachenbereich recht gefährlich werden, selten kann es sogar zur Anaphylaxie kommen. Häufig richten sich solche Nahrungsmittelallergien gegen Möhren, Sellerie oder andere Gemüse, Äpfel, Erd- und Haselnüsse oder Steinobst. Bei Verdacht auf eine Kontakurtikaria durch Nahrungsmittel muss eine ausführliche Allergietestung erfolgen.

Auch der Kontakt mit tierischen Haaren zu einer allergischen Quaddelbildung führen. Meist sind Hunde- und Katzenhaare verantwortlich. Leider muß dann oft das Abschaffen des Tieres empfohlen werden, manchmal reicht aber auch schon eine Umstellung der Haltungsbedingungen.

Latex kann die Ursache einer Kontakturtikaria bei Latexallergie sein. Da es bei einer Latexallergie keine ursächliche Behandlung gibt, muß der Kontakt mit Latexmaterialien strikt gemieden werden, was oft nicht ganz einfach ist.
Sehr selten sind Parfüms, Duschgels oder Kosmetika für die Quaddeln und den Juckreiz verantwortlich. Das wäre nur dann der Fall, wenn das Auftragen des Mittels schnell nach dem Auftragen zu Quaddeln und Juckreiz führt, und zwar nur an der Stelle, wo das Mittel mit der Haut in Berührung gekommen ist. Wenn das Mittel nicht verwendet wird, dürfen auch keine Quaddeln entstehen. Genau das gleiche gilt für Waschmittel und Weichspüler und medizinische Cremes und Salben. Ganz selten kommt es zu Kontakturtikaria nach Berührung mit Wasser. Gegen Wasser kann man nicht allergisch sein, schließlich besteht man zu 70% selbst daraus. Möglicherweise wirkt das Wasser als Lösungsmittel für Allergene auf der Haut, die in trockenem Zustand nicht durch die Haut können.

Quelle: www.urtikaria.net

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